Vorbeugung
Vorbeugung
Musik über Kopfhörer begleitet viele von uns den ganzen Tag. Das allein schadet nicht – wichtig ist, wie laut und wie lange der Ton läuft. Im Folgenden finden Sie einen ruhigen Plan in wenigen Schritten, mit dem Sie hören können, was Sie mögen, ohne Ihr Gehör zu verlieren.
Eine sichere Lautstärke ist kein Verbot, sondern eine Abmachung mit den eigenen Ohren: heute etwas leiser, damit Sie Musik auch in vielen Jahren noch hören.
Was Sie brauchen
- Ihre üblichen Kopfhörer und Ihr Smartphone oder Ihren Player
- Ein paar ruhige Minuten in einem stillen Raum, um die Lautstärke einzustellen
- Eine Notiz im Smartphone, um Ihre Hörstunden festzuhalten
- Gehörschutzstöpsel für Konzerte und laute Orte
- Die Geräteeinstellungen, in denen Sie eine Lautstärkebegrenzung aktivieren können
- Die Bereitschaft, Ihre Gewohnheiten ärztlich zu besprechen, wenn Sie etwas beunruhigt
Ermitteln Sie Ihre Belastung
Notieren Sie einige Tage lang, wie viel Zeit Sie mit Kopfhörern verbringen. Der Richtwert des WHO-ITU-Standards für Erwachsene liegt bei 80 dB(A) für höchstens 40 Stunden pro Woche – je lauter, desto kürzer diese Zeit.
Ein fiktives Beispiel: Die Notizen zeigen, dass die Kopfhörer auf dem ganzen Weg zur Arbeit und zurück laufen und danach noch den ganzen Abend.
Stellen Sie die Lautstärke in Ruhe ein
Wählen Sie in einem ruhigen Raum, wenn Ihre Ohren ausgeruht sind, eine angenehme Lautstärke. Wenn der Ton in der Stille angenehm ist, sollten Sie ihn im Lärm nicht viel höher drehen.
Ein fiktives Beispiel: Zu Hause merkt jemand, dass ihm die halbe Skala genügt, obwohl er in der U-Bahn gewohnt ist, fast bis zum Maximum aufzudrehen.
Aktivieren Sie die Lautstärkebegrenzung
Viele Smartphones und Player haben eine Einstellung, die den Ton nicht über einen festgelegten Pegel steigen lässt, sowie Hinweise zur wöchentlichen Belastung. Schalten Sie sie ein – das wirkt auch dann, wenn Sie abgelenkt sind.
Ein fiktives Beispiel: Ein Elternteil aktiviert die Begrenzung auf dem Smartphone des Kindes und erklärt, warum das wichtig ist.
Verringern Sie den Außenlärm, statt lauter zu drehen
In lauten Verkehrsmitteln steigt die Lautstärke unbemerkt. Besser sind Kopfhörer, die eng anliegen und Außengeräusche schlechter durchlassen – dann müssen Sie den Lärm nicht mit Musik übertönen.
Ein fiktives Beispiel: Im Regionalzug macht jemand eine Hörpause und schaltet die Musik im ruhigen Wagen wieder auf der gewohnten Stufe ein.
Machen Sie Pausen
Die Ohren brauchen Erholung. Nehmen Sie die Kopfhörer alle paar Stunden wenigstens kurz ab und gönnen Sie sich über den Tag verteilt Phasen der Stille.
Ein fiktives Beispiel: Am Arbeitsplatz hört jemand bis zur Mittagspause Musik und arbeitet danach in Ruhe.
Schützen Sie Ihre Ohren an lauten Orten
Tragen Sie bei Konzerten, in Clubs und auf Baustellen Gehörschutzstöpsel, halten Sie Abstand zu den Lautsprechern und gehen Sie zwischendurch an einen ruhigeren Ort.
Ein fiktives Beispiel: Beim Konzert steht eine Gruppe in der Mitte des Saals statt direkt an der Bühne und geht in der Pause ins Foyer.
Achten Sie auf Warnsignale
Klingeln in den Ohren, ein Druckgefühl oder gedämpfte Stimmen nach einem lauten Ereignis zeigen, dass die Ohren überlastet sind. Wenn das nicht vergeht oder wiederkehrt, vereinbaren Sie einen Arzttermin.
Ein fiktives Beispiel: Nach einer Party hält das Klingeln auch am nächsten Tag an, und die Person vereinbart einen Termin in einer HNO-Praxis.
Lassen Sie Ihr Gehör prüfen
Wenn Sie viel Musik hören oder im Lärm arbeiten, fragen Sie ärztlich nach, wie oft ein Hörtest für Sie sinnvoll ist. Ein plötzlicher Hörverlust ist ein Grund, umgehend ärztliche Hilfe zu suchen.
Ein fiktives Beispiel: Jemand bemerkt, dass er den Fernseher immer lauter stellt, und lässt sein Gehör prüfen, ohne auf weitere Anzeichen zu warten.
Häufige Fehler
- Den Verkehrslärm mit noch lauterer Musik übertönen
- Mit eingeschalteten Kopfhörern einschlafen
- Annehmen, die Lautstärke sei sicher, weil die Ohren nicht schmerzen
- Den ganzen Abend direkt neben den Lautsprechern stehen
- Die Ohren tief mit Wattestäbchen reinigen
- Den Arztbesuch aufschieben, wenn das Gehör plötzlich schlechter geworden ist
Wenn es nicht klappt
- Wenn Ihnen unterwegs ohne Musik langweilig ist, probieren Sie Podcasts und Hörbücher: Sprache ist meist auch bei geringerer Lautstärke gut verständlich
- Wenn Gehörschutzstöpsel unbequem sind, wählen Sie eine andere Größe oder Form und gehen Sie bei lauten Veranstaltungen öfter an einen ruhigen Ort
- Wenn es schwerfällt, die Stunden im Blick zu behalten, aktivieren Sie auf dem Smartphone Hinweise zur Hörbelastung
- Wenn Ihr Kind sich gegen Begrenzungen sträubt, vereinbaren Sie die Regeln gemeinsam und erklären Sie, wie das Ohr funktioniert
Prüfen Sie sich selbst
- Sie wissen ungefähr, wie viele Stunden pro Woche Sie Musik über Kopfhörer hören
- Die Lautstärke ist in Ruhe gewählt und steigt in Bus und Bahn nicht bis zum Maximum
- Auf Ihrem Gerät ist eine Lautstärkebegrenzung aktiviert
- Ihre Ohren haben im Laufe des Tages Phasen der Stille
- Für Konzerte und laute Orte haben Sie Gehörschutzstöpsel dabei
- Sie wissen, an welche Fachärztin oder welchen Facharzt Sie sich wenden, wenn sich Ihr Gehör verändert
Situation – Risiko – was Sie tun können
| Situation | Risiko für die Ohren | Was Sie tun können |
|---|---|---|
| Kopfhörer in U-Bahn oder Zug | Die Lautstärke steigt, um das Dröhnen zu übertönen | Eng anliegende Kopfhörer wählen, Pausen machen, nicht bis zum Maximum aufdrehen |
| Konzert oder Club | Hohe Belastung an einem einzigen Abend | Gehörschutzstöpsel, Platz weiter weg von den Lautsprechern, Pausen in einem ruhigen Bereich |
| Renovierung und Baustelle | Plötzliche und lang anhaltende laute Geräusche | Gehörschutz, Pausen, Regeln am Arbeitsplatz einhalten |
| Kind mit Kopfhörern oder lautem Spielzeug | Das Gehör von Kindern ist empfindlicher | Lautstärkebegrenzung, Ton selbst prüfen, Hörzeiten vereinbaren |
| Klingeln in den Ohren nach Lärm | Zeichen von Überlastung | Den Ohren Ruhe gönnen; wenn es nicht vergeht oder wiederkehrt, ärztlich abklären lassen |
| Das Gehör hat plötzlich nachgelassen | Eine Situation, die schnelle Hilfe erfordert | Umgehend ärztliche Hilfe suchen, nicht abwarten und nicht selbst behandeln |
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- Themen
Themen rund ums Gehör nach Gruppen: Aufbau des Ohrs, Lärm und Kopfhörer, Kinder, Hörprobleme. Hier finden Sie auch den Beitragskatalog.
- Methoden
Wie das Gehör geprüft und geschützt wird und wie Fachleute Menschen mit vermindertem Hörvermögen unterstützen.
- Fragen
Fragen zu Kopfhörern, Lärm, dem Gehör von Kindern und Hörtests, die Sie Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt stellen können.
- Glossar
Begriffe rund ums Gehör in einfacher Sprache: vom Trommelfell und Dezibel bis zur Audiometrie.
Quellen
- WHO und ITU – Standard „Safe listening devices and systems“ (2019)
- WHO – Materialien zum sicheren Hören und zum Welttag des Hörens
- Lehrbücher der Hörphysiologie
Der Ratgeber gibt allgemein anerkanntes Wissen über das Gehör zum Zeitpunkt der Erstellung wieder. Empfehlungen internationaler Organisationen werden von Zeit zu Zeit präzisiert, und Entscheidungen über Ihr eigenes Gehör treffen Sie gemeinsam mit einer Ärztin oder einem Arzt nach einer Untersuchung.